Kann EU-Außengrenzschutz das Sterben im Mittelmeer verhindern?

Von Judith Kohlenberger

 

ABSTRACT

Der Schutz der Außengrenzen beherrscht ak- tuell die europäische Sicherheits- und Migra- tionspolitik. Effizientes Grenzmanagement und die Beseitigung mutmaßlicher Pullfakto- ren sollen helfen, die Zahl der gefährlichen Überfahrten zu senken und das Sterben im Mittelmeer zu beenden. Doch rezente For- schungsergebnisse legen nahe, dass eine restriktive Migrationspolitik durch Grenzkon- trollen, Schließung von Fluchtrouten und Rücknahmeabkommen nicht zwingend zu ei- ner Abnahme der Migration nach Europa führt. Die Gründe dafür liegen in a) der Kom- plexität von Migrationserfahrungen, b) der Vielschichtigkeit von Migrationsgründen, c) dem geringen Pulleffekt von Search-and-Res- cue-Missionen, d) den Substitutionseffekten restriktiver Migrationspolitik, und e) den stabi- lisierenden Auswirkungen von Rücknahme- abkommen und Flüchtlingsdeals auf Her- kunfts- und Transitländer. Um das Sterben im Mittelmeer nachhaltig zu beenden, ist eine fundamentale Re-Orientierung der europäi- schen Migrationspolitik durch Schaffung le- galer und sicherer Fluchtrouten und Flexibili- sierung von Aufenthaltstiteln notwendig.

Full article: Ponto-Policy-Brief-E1NS

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